Berliner Besonderheiten – Das sollten Sie über Berliner wissen

Egal wie schmutzig und laut die Stadt ist oder wie sehr die Bewohner über die Politik motzen, Berliner lieben ihre Stadt und sind echte Lokalpatrioten. Toleranz und Akzeptanz werden in der Hauptstadt großgeschrieben. Hier ist es egal wo man herkommt, wie man sich kleidet oder was für sexuelle Vorlieben man hat. Wichtig ist nur, dass man sich den örtlichen Gepflogenheiten anpasst, um akzeptiert zu werden.

Kulturschock – Das verrohte Berlin

Die Euphorie endlich in dieser Hippen und trendigen Stadt zu wohnen verschwindet insbesondere in den grauen Winter Monaten recht schnell. Mit der Berliner Schnauze, die Gebürtige Berliner an den Tag legen muss man klarkommen. Die Graffitis an allen Ecken, Wänden und Türen nimmt man nach kurzer Zeit schon gar nicht mehr war oder sie zählen allgemein schon zum Berliner-Chic. Das die Bäume an den Straßen offizielle Hundeklos sind lernt man auch recht schnell und besoffene oder sich übergebende Touristen in der U-Bahn sind genauso wenig eine Seltenheit wie die Musiker, die häufig mit grauenhaften Klängen die Fahrt in die Länge ziehen.
Aber keine Sorge, falls überhaupt vorhanden, weicht der Berliner Kulturschock recht schnell also halten Sie durch!

Die Große Stadt Berlin

Mit seinen 890 Quadratkilometern hat Berlin eine beachtliche Größe, sodass viele Wahlberliner erst mal mit dieser zurechtkommen müssen. Um sich schnell zurechtzufinden, ist es das Beste die Stadt per Bus und Bahn zu erkunden und in den Bezirken markante Orientierungspunkte zu finden. Hierzu eignen sich am besten U- und S-Bahn Stationen oder Sehenswürdigkeiten. Das tolle an dem öffentlichen Nahverkehr ist, dass man so ziemlich jeden Ort der Stadt innerhalb von 45 Minuten erreicht. Welche Tarifzonen wofür benötigt werden, wird genauer in dem Artikel Tarifzonen und Liniennetze in Berlin.
Auch wenn die Zusammenlegung der Bezirke schon ein paar Jahre her ist, sprechen Berliner gemeinhin noch von den alten Grenzen. Zwar heißt es Kreuzberg-Friedrichshain umgangssprachlich befindet man sich aber entweder in Kreuzberg oder in Friedrichshain oder in Wilmersdorf, nicht in Charlottenburg-Wilmersdorf.

Die Berliner Schnauze

Der grobe etwas pampige Tonfall des Berliners vermittelt oft den Eindruck, dass diese nicht besonders gesellig oder einfach nur unfreundlich sind. Dieser Eindruck täuscht, denn die Berliner Schnauze gehört schon seit je her zum Berliner Ton und ist eine, für manchen nicht unbedingt nachvollziehbare Mischung aus Dialekt, Humor und Direktheit. Der Berliner sagt ziemlich unverblümt was er denkt, häufig mit einem unterschwelligen Sarkasmus.
Wichtig ist es hierbei zu wissen, dass die Kellnerin die einen anmotzt auch einen Konter verträgt und oft zurückmotzen mit einem besseren Service belohnt wird, als wenn man nur stillschweigend lächelt und sich unterbuttern lässt.
Hinter der rauen Fassade verbirgt sich meist ein herzlich netter Berliner, der nur etwas länger braucht um mit jemanden warm zu werden und dazu muss noch gesagt werden, dass Berliner ihre Berliner Schnauze lieben

Exoten in der eigenen Stadt: Wo findet man „echte“ Berliner?

Wenn man sich viel in den Trendbezirken, Kreuzberg, Mitte, Friedrichshain und Prenzlauerberg rumtreibt, könnte man fast annehmen, dass Berlin nur aus zugezogenen und Touristen besteht. Italienisch, Spanisch, finnisch, englisch, dazu noch etliche deutsche Dialekte wie Schwäbisch und Bayrisch, sitzt man abends auf ein Bier an der Admiralbrücke findet man alles nur keine Berliner? Wo sind diese überhaupt?
Ziemlich sicher nicht da, wo das ganze Halligalli stattfindet, denn die meisten Berliner bevorzugen es nicht mitten in den überteuerten Touristen Hotspots zu leben. Möchte man feiern, setzt man sich in die U-Bahn und fährt dort hin anstatt Tür an Tür mit den Bars und Clubs zu leben.
Wer mit besonders vielen gebürtigen Berlinern leben möchte, sollte in die Außenbezirke wie Wilmersdorf, Steglitz, Schöneberg oder ganz weit raus nach Spandau ziehen.



© Sivi Steys / CC BY-SA 2.0