Lustgarten Berlin – Entspannnen inmitten einer historischen Kulisse

Der auf der Museumsinsel gelegene Lustgarten Berlin, wurde in seiner traditionsreichen Geschichte häufig umgestaltet, umbenannt und zweckentfremdet.



Lustgarten Berlin – umgeben von Historischen Fassaden

Letztendlich durfte der wunderschöne Park aber wieder seinen ursprünglichen Zweck übernehmen, nämlich, als ältester Gartenplatz der Stadt, eine gestaltete Grünfläche für sonnenhungrige Gäste inmitten einer historischen und atemberaubenden Kulisse zu sein.

Geschichte

Ursprünglich wurde der Lustgarten Berlin 1573 von Kaiser Johann Georg, im Zuge des Berliner Schlossbaus, als Nutz- und Küchengarten angelegt, der aber in Folge des “dreißig jährigen Krieges” nahezu zerstört. Als der Krieg vorüber war, ließ 1645 Kurfürst Friedrich Wilhelm die Grünanlage nach dem Vorbild niederländischer Gärten neu gestalten. Seit dieser Zeit trägt der Park den Namen Lustgarten. Der Botaniker und Hofmediziner Johann Sigismund Elsholtz, der 1657 die Gartenleitung übernahm, entwickelte aus dem Lustgarten, den ersten Botanischen Garten Berlins und machte ihn für alle Menschen zugänglich. Da die Einwohner bis dato nur Markt-, Kirch- und Exerzierplätze kannten wurde der Lustgarten Berlin rasant zu einem der beliebtesten Treffpunkte und zählt seither als der älteste Gartenplatz Berlins.

Dies änderte sich schlagartig 1713 als Friedrich Wilhelm I. die Macht übernahm. Der Soldatenkönig ließ alle Pflanzen und Bildhauerwerke in die Schlossgärten umsetzen und machte aus dem Lustgarten einen Sandbedeckten Exerzierplatz.

Durch Friedrich Wilhelm III. wurde die Fläche 1798 wieder mit Rasen, dessen betreten strengstens Verboten war, begrünt. Die Soldaten exerzierten von nun an auf der vor dem Stadtschloss gelegenen Kieselfläche.

lustgarten-geschichte-bild1826 teilte der Landschaftsarchitekt Peter Joseph Lenné, nach Karl Friedrich Schinkels Vorstellungen, die von Spree, Stadtschloss, Dom und Altem Museum eingefasste Platzfläche des Lustgartens, in die bis heute erhaltenen Markanten sechs Rasenfelder ein. Einige Jahre später bekam auch das inoffizielle Wahrzeichen des Lustgartens, die aus einem Granitfindling geschlagene, 70 Tonnen schwere Granitschale seinen Platz.

Während der Zeit der Weimarer Republik war der Lustgarten hauptsächlich Treffpunkt für Kundgebungen der Arbeiterbewegungen und Demonstranten. Aufsehen erregte 1922 die Demonstration mit 250.000 Teilnehmern gegen den frisch ernannten Reichskanzler Adolf Hitler. Die Nationalsozialisten nutzen den Platz ebenso für Kundgebungen aber auch als Parade- und Aufmarschplatz. Während der Olympischen Spiele 1936 wurde der Lustgarten in das Propagandaschauspiel mit einbezogen, denn hier brannte das Olympische Feuer während der gesamten Spiele auf zwei Altären.

Nach den Luftangriffen der Alliierten gab es unterschiedlich starke Schäden innerhalb des Lustgartens und an den umliegenden Gebäuden, wobei ein Großteil der Bildhauerwerke wie z.B. die Granitschale relativ wenig beschädigt wurde.

Mit der Gründung der DDR 1949 ging der historische Name Lustgarten unter. Der Platz wurde 1951 in Marx-Engels-Platz“ umbenannt, was aber mit der Wiedervereinigung sofort rückgängig gemacht wurde. 1999 nach etlichen Demonstrationen für eine historische Rekonstruktion der Fassung um 1900, wurden die Pläne nach Karl Friedrich Schinkel, für 3.5 Millionen Euro umgesetzt. Während der Arbeiten wurde auch die Granitschale, von den Berlinern auch „Berliner Suppenschüssel“ genannt, an ihren ursprünglichen Platz zurück gesetzt.

Öffnungszeiten

Rund um die Uhr geöffnet



Lustgarten Berlin
Am Lustgarten
10178 Berlin
030 3339509

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Anfahrt:
clock61 clock61U Hausvogteiplatz

© Graccem / CC BY 2.0

Author: Kallinski1

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